Ausstellung | 14.06.2008 - 29.06.2008

Ein X und ein U

Eine Ausstellung der Hochschule für Künste Bremen
Die Entwicklung der Schrift gilt als eine der größten zivilisatorischen Leistungen der Menschheit. Es ist die Schrift, die menschliche Kulturgeschichte emanzipiert von den Schranken mündlicher Überlieferung und individueller Gedächtnisleistung. Erst das geschriebene oder gedruckte Wort eröffnet die Möglichkeit, Erfahrung und Wissen dauerhaft zu bewahren, Vereinbarungen zu fixieren oder Phantasien, Hoffnungen und Erinnerungen in Büchern festzuhalten und über Generationen weiterzugeben. Über 5000 Jahre nach der sumerischen Keilschrift und ägyptischen Hieroglyphen ist es Johannes Gutenbergs Erfindung der Druckkunst mit beweglichen Lettern, die die Chance auf Demokratisierung von Wissen und Bildung eröffnet: Ohne Schrift, ohne "schwarze Kunst" keine Reformation, keine Aufklärung, keine Schulpflicht, keine Goethe-Gesamtausgabe, keine Zeitung, kein Nachrichtenmagazin, kein Grundgesetz, keine schriftlichen Verträge, keine Presseerklärung, kein Telefonbuch, kein Word-Dokument, keine PdF-Datei.

Seit Gutenberg hat jede Generation Fragen zur Ästhetik und Funktionalität der Schrift und des gedruckten Wortes aufgeworfen und je eigene Antworten gegeben.

Präsentiert werden typografische Projekte von Studierenden der HfK Bremen aus den letzten 25 Jahren, von denen eine Vielzahl mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet wurde. Viele der HfK-Absolventen sind heute in renommierten Agenturen tätig oder lehren selbst als Professoren in deutschen oder ausländischen Hochschulen. Spannende und reizvolle Vergleiche ermöglicht die Ausstellung, indem sie neben die früheren studentischen Arbeiten aktuelle Projekte aus der heutigen professionellen Praxis der Gestalter stellt. Insgesamt versammelt die Ausstellung 50 ausgewählte Erscheinungsbilder, Corporate Identities, prämierte Bücher, Plakate und Filme.

Typografie an der Hochschule für Künste Bremen platziert sich zwischen den zwei großen Schulen der Gestaltung, die auch die Ausbildung an der HfK prägen: »U« steht programmatisch für die legendäre Hochschule für Gestaltung in Ulm. Dort wurden zwischen 1953 und 1968 prägende Entwürfe für eine human gestaltete Umwelt entwickelt. Der berühmte »Schneewittchensarg«, mit dem die Firma Braun in den 70er Jahren das Interieur deutscher Wohnzimmer mit Musiktruhen und Gummibäumen ästhetisch revolutionierte, war ebenso von der Ulmer Schule geprägt wie das bis heute gültige Erscheinungsbild der Lufthansa. »X« steht für die seit den 70/80er Jahren international bedeutsame Gestaltungsszene der Niederlande. An die Stelle von Strenge, Klarheit und Reduktion, wie sie für den Ulmer Stil bestimmend war, repräsentiert die jüngere holländische Schule eine fröhliche, sinnliche, humorvolle Vielfalt gestalterischer Ausdrucksmöglichkeiten.

Die Ausstellung findet im Rahmen des 23. Bundestreffen Forum Typografie »Typografie zwischen Ulm und Amsterdam« vom 13. bis 15. Juni 2008 an der Hochschule für Künste Bremen statt.

Auswahl der Absolventen: Eckhard Jung

Kuratorin: Mona Schieren

Ausstellungsgestaltung: Esther-Marie Nink, Sebastian Knickmann, Klaas Seekamp, Eyke Schröder, Tim Schulze-Eickenbusch

Weitere Informationen zur Hochschule für Künste Bremen unter http://www.hfk-bremen.de/


Führungen

Proof of Life / Lebenszeichen
Donnerstag 26.Oktober, 18.00 Uhr 

Proof of Life / Lebenszeichen
Sonntag 29.Oktober, 15.00 Uhr 

Proof of Life / Lebenszeichen
Sonntag 05.November, 15.00 Uhr 

[mehr]

SHOP

Tastaturschmuck

[Zum Shop]

Facebook Weserburg

ÖFFNUNGSZEITEN

Dienstag bis Sonntag 11-18 Uhr
Donnerstag 11-20 Uhr
Montag geschlossen
[mehr]

EINTRITTSPREISE

Erwachsene EUR 9
Ermäßigt EUR 5
Familien EUR 16
[mehr]

KONTAKT

0049-(0)421-59839-0
[mehr]

NEWSLETTER

Gerne informieren wir Sie über die Aktivitäten der Weserburg.
[kostenlos bestellen]


Empfehlen Sie die Seite einem Freund SendenSeite drucken Drucken