Jannis Kounellis, Senza Titolo, 1975, Courtesy Sammlung Goetz

Sammlung Goetz

Die Sammlungstätigkeit der Münchnerin Ingvild Goetz erstreckt sich über die mediale Vielfalt der heutigen künstlerischen Ausdrucksformen. Neben Zeichnungen, Grafiken, Gemälden und Fotografien, liegt ein Schwerpunkt auf Video- und Filmarbeiten, raumbezogenen Installationen und Mehrfach-Projektionen. Die Sammlung umfasst insgesamt 4.000 Arbeiten von über 300 Künstlern. Im eigenen Museumsgebäude, das von Jacques Herzog und Pierre de Meuron entworfen und 1993 fertig gestellt wurde, werden die Sammlungsbestände in wechselnden Ausstellungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Bevor Ingvild Goetz ihre Sammelleidenschaft entdeckte, war sie erfolgreich als Galeristin tätig. Ihre ersten Galerieräume eröffnete sie 1970 in Zürich unter dem Namen "Art in Progress". In der Schweizer Öffentlichkeit wurden die von ihr vertretenen künstlerischen Positionen jedoch als fremd und anstößig empfunden. Eine Aktion mit Wolf Vostell führte sogar zum Entzug der Arbeitserlaubnis. Schließlich verließ Ingvild Goetz nach nur wenigen Jahren die Schweiz und zog 1973 mit ihrer Galerie nach München, die sie noch bis 1984 weiterführte. Seitdem baut Sie eine Sammlung auf, die heute zu den renommiertesten Privatsammlungen weltweit zählt.

Janine Antoni: Touch, 2002 (Still), Courtesy Sammlung Goetz

1997 konnte die Weserburg mit der Ausstellung "Arte Povera. Arbeiten und Dokumente der Sammlung Goetz 1958 bis heute" erstmals einen Ausschnitt der Sammlung in Bremen präsentieren. Die Auswahl umfasste prominente Werke, die bereits wenige Jahrzehnte nach ihrer Entstehung in die Kunstgeschichte eingegangen sind, darunter Werke von Giovanni Anselmo, Giuseppe Penone, Jannis Kounellis, Michelangelo Pistoletto und Mario Merz. In den darauf folgenden Jahren durfte die Weserburg immer wieder Leihgaben aus der Sammlung zeigen. 2004 folgte eine einjährige Sammlungspräsentation unter dem Titel "Female Identities?", die in mehreren Wechseln Künstlerinnen der Sammlung vorstellte. Zuletzt hat die Weserburg mit der Ausstellung "The Morning After. Videoarbeiten der Sammlung Goetz" eine weitere bedeutende Sammlungslinie präsentieren können. Gezeigt wurden Werke der Videokunst, die nicht die Ästhetik einer überreizten Videoclip-Kultur bedienen, sondern in poetischen Bildern ungewohnte und zum Teil ganz neue Seherfahrungen erlebbar machten.

Weitere Informationen finden Sie unter sammlung-goetz.de

Joachim Kreibohm im Gespräch mit Ingvild Goetz (1997):

KreibohmGoetzGesprA__ch.pdf

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Arte Povera The Morning After
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