Richard Prince, Nurse Forrester's Secret, 2002–03, Foto: Joachim Fliegner

Olbricht Collection

Der Essener Endokrinologe und Biochemiker Thomas Olbricht sammelt Gegenwartskunst aus Überzeugung und Leidenschaft. Inzwischen zählt die Olbricht Collection mit ihren etwa 1.700 internationalen Werken zu den wichtigsten Sammlungen zeitgenössischer Kunst überhaupt. Sie genießt im In- und Ausland, vor allem in der Fachwelt ein zunehmend hohes Ansehen, was schließlich dazu führt, dass renommierte Kuratoren bei Thomas Olbricht immer wieder um Leihgaben für ihre Ausstellungen bitten. In der Tat gibt diese Sammlung nicht nur einen Überblick über das gegenwärtige Kunstgeschehen, sondern enthält auch wirkliche Spitzenwerke, die bereits als "Ausstellungs-Highlights" internationale Beachtung gefunden haben.

Im Gegensatz zu einer "museal" oder nach rein wissenschaftlichen Kriterien geordneten Sammlung finden sich in der Olbricht Collection besondere Vorlieben, subjektive Wertungen aber auch erstaunliche Konfrontationen und Kombinationen verschiedener künstlerischer Positionen. Die von Thomas Olbricht zusammengetragenen Werke haben in der Regel etwas miteinander zu tun, sie gehen Korrespondenzen und regelrechte Dialoge untereinander ein, welche wesentlich mehr darstellen, als inzwischen geläufige stilistische oder gattungsgeschichtliche Bezüge. Olbricht sammelt sozusagen "thematisch" und geht dabei gern genre- und auch epochenübergreifend vor.

Als leidenschaftlicher Sammler fokussiert Thomas Olbricht sein Interesse vor allem auf ganz junge Kunst. Bemerkenswert ist der hohe Anteil an Künstlerinnen von über 50 Prozent. Und diese Dominanz weiblicher Positionen spiegelt durchaus ein gegenwärtig starkes internationales Interesse an repräsentationskritischen Ansätzen wider. Fragen nach körperlichen Identitäten und Identifizierbarkeiten werden hier in zum Teil verstörenden Bildern und Selbstinszenierungen thematisiert.

Blick in die Ausstellung „Go for it!“ mit Werken der Olbricht Collection
Anonym, Nino Jesús, 17. Jh., Foto: Joachim Fliegner

Bei den Neuzugängen innerhalb der Sammlung fällt insbesondere die professionelle Rekonstruktion einer Kunst– und Wunderkammer ins Auge. Dieses für einen Sammler von Gegenwartskunst wohl einmalige Kompendium lässt natürlich motivische und thematische Verbindungen sowohl zu den anderen Werken der Sammlung, als auch zu gegenwärtig diskutierten Fragestellungen das Verhältnis von Kunst und Wissenschaft betreffend zu. 2008 wurde mit "Go for it! Olbricht Collection (a sequel)" die Kunst- und Wunderkammer in einer neuen Zusammenstellung im Rahmen einer großen Ausstellung nach Bremen geholt und in einen ebenso ungewöhnlichen wie spannungsreichen Dialog mit Werken der zeitgenössischen Kunst gebracht.

Bereits im Jahre 2001 konnte in der weit beachteten Ausstellung "Ohne Zögern. Die Sammlung Olbricht Teil 2" die Olbricht Collection dem Bremer Publikum vorgestellt werden. In der Folge waren immer wieder bedeutende Einzelleihgaben in der Weserburg zu sehen, aber auch umfangreiche Präsentationen zu einzelnen Aspekten der Sammlung, darunter "Aktuelle Malerei, Skulptur und Fotografie aus Dresden und Leipzig" (2005) und "Thomas Demand. Gregor Schneider" (2006).

Ab Mai 2010 ist die Olbricht Collection auch in Berlin zu sehen. Thomas Olbricht öffnet unter dem Namen me Collectors Room Berlin ein eigenes Ausstellungshaus, in dem die Sammlung in wechselnden Ausstellungen präsentiert wird. Weitere Informationen finden Sie hier me-berlin.com

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