Ausstellung | 28.02.2009 VERLÄNGERT BIS 13.06.2011

Noble Gäste

Meisterwerke der Kunsthalle Bremen
Jemanden in den eigenen vier Wänden willkommen zu heißen, bedeutet im Sinne echter Gastfreundschaft nicht nur räumliche Unterbringung, also das sprichwörtliche „Einräumen“ eines abgegrenzten Bereiches, sondern auch aktiven Austausch, meint also Dialoge und Korrespondenzen - wie es sich eben für einen aufmerksamen Gastgeber gehört. Die Auswahl an herausragenden Werken, welche die Kunsthalle für etwa zwei Jahre in das Sammlermuseum Weserburg und damit in die ehemaligen Speicherhäuser inmitten der Weser schickt, gerät unter dieser Prämisse wie von selbst in Beziehung zu den hier bereits vorhandenen Arbeiten des 20. und 21. Jahrhunderts aus verschiedenen Privatsammlungen. Ebenso zum Gebäude, einer ehemaligen Kaffeerösterei und seinen verschachtelt- labyrinthisch angelegten Räumen. Es geht also um Gastfreundschaft besonderer Art, nicht um ein Unisono - Nebeneinander, sondern um Fragen und Antworten, Dialoge, Entgegnungen und Abgrenzungen.
Thomas Ruff: Sterne (01 h 55m / -35 °),1989

Ein Teil der Kunsthallen Werke stammt aus dem 19. Jahrhundert, wie zum Beispiel die beiden berühmten Skulpturen von Auguste Rodin, Das Eherne Zeitalter, 1875/76 und Johannes der Täufer, 1878/80. Letzterer gerät gleich beim Betreten der Etage in auffälligen Gegensatz – oder ist es doch ein tiefer Dialog und damit auch eine Gemeinsamkeit – mit der Fotoserie Time exposed von Hiroshi Sugimoto. Ein Landschaftsbild von Caspar David Friedrich Das Grab des Arminius, um 1813 korrespondiert – wie schon in der Kunsthalle zuvor – mit seiner perfekten fotografischen Umsetzung aus dem Jahr 2007 in einem LED Leuchtkasten von Hiroyuki Masuyama. Es scheint, als sei der Künstler mit seiner Kamera im Rahmen einer Zeitreise an Ort und Stelle gewesen, um das geschichtsträchtige Motiv auf die Festplatte zu bannen.

In den nächsten Räumen, warten weitere Werke verschiedener Künstler auf einen spannungsreichen Dialog. Darunter auch Die Große Galerie, 1995/97 von Boris Becker, eine Fotoarbeit, die eindrucksvoll noch einmal den alten Skulpturensaal der Kunsthalle ins Gedächtnis ruft. Natürlich nicht zu vergessen Maurizio Cattelans herausragende und gleichermaßen skurrile Fassung der Bremer Stadtmusikanten Love Saves Life, 1995 und Love Lasts Forever,1999, welche hier als lebensecht ausgestopfte Tierpräparate neben ihrer komplett skelettierten Version hochgestapelt vor uns stehen. Hintersinniger Kommentar, augenzwinkernder Bezug auch auf die Hansestadt Bremen, in der die Weserburg und die Kunsthalle zu Hause sind.

Herzlich Willkommen!

Hiroyuki Masuyama: Felsental (Das Grab des Arminius) 1813-14, 2007

Führungen

Du sollst dir (k)ein Bildnis machen
Donnerstag 14.Dezember, 18.00 Uhr 

Proof of Life / Lebenszeichen
Sonntag 17.Dezember, 15.00 Uhr 

Proof of Life / Lebenszeichen
Donnerstag 21.Dezember, 18.00 Uhr 

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Veranstaltungen

Kapier Papier! Mitmachausstellung im kek Kindermuseum 
Sonntag 07.Januar, 11:00 Uhr
Die Ausstellung verführt wie immer zum Mitmachen und Ausprobieren und möchte die Besucher an ihrer Gestaltung aktiv beteiligen. Hier können die Besucher Papier schöpfen, mit den Vorgängern des Papiers experimentieren, durch einen Papierwald spazieren, im Tonstudio Papiermusik komponieren, Origamitechniken ausprobieren und vieles mehr. Für alle ab 3 Jahren.

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Bilder im Gespräch: Mircea Suciu, The temptation of innocent Pope 
Freitag 12.Januar, 16:00 Uhr
Das Bildgespräch verbindet die unterschiedlichen, aber auch gemeinsamen Ansätze psychoanalytischen und kunsthistorischen Sehens und Deutens von Kunstwerken. Gegenstand ist das großformatige Werk The temptation of innocent Pope aus dem Jahr 2013 von Mircea Suciu Mit Dr. Mura Kastendieck (Psychoanalytikerin) und Dr. Guido Boulboullé (Kunsthistoriker). Im Rahmen der Ausstellung Proof of Life / Lebenszeichen. Eintritt frei

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Junge Sammlungen 04 
Sonntag 18.Februar, 11:00 Uhr
Christian Kaspar Schwarm ist Strategieberater und Mitbegründer der Online Plattform „Independent Collectors“. Seine sich gegenwärtig stetig weiter und neu konturierende Sammlung umfasst vor allem internationale junge Kunst von Querdenkern. Liest man die Namen der Künstlerinnen und Künstler, die bislang Eingang in die Sammlung des Wahlberliners gefunden haben, findet man medienübergreifende Positionen mit einem hohen politischen und intellektuellen Anspruch. Zugleich gibt es ganze Räume umfassende, überaus sinnliche Installationen und Videoarbeiten.

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ÖFFNUNGSZEITEN

Dienstag bis Sonntag 11-18 Uhr
Donnerstag 11-20 Uhr
Montag geschlossen
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EINTRITTSPREISE

Erwachsene EUR 9
Ermäßigt EUR 5
Familien EUR 16
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KONTAKT

0049-(0)421-59839-0
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