Augusto de Campos und Julio Plaza, Poemobiles, Sâo Paulo, 1974, Slg. ASPC/Studienzentrum für Künstlerpublikationen, Foto: Bettina Brach
Ausstellung Zentrum | 21.05.2011 - 14.08.2011

POETRY GOES ART & vice versa

Zur Entstehung und internationalen Entwicklung der Konkreten und Visuellen Poesie seit den 1950er Jahren
Die Arbeit mit dem Material Sprache vereint Künstlerinnen und Künstler von Lateinamerika bis Osteuropa, von Nordamerika bis Asien. Als erste weltumspannende Literatur- und Kunstform auf der Basis ästhetischer Prinzipien thematisiert die Konkrete und Visuelle Poesie künstlerische Grenzüberschreitungen zwischen Text, Bild und Musik. Seit den 1950er Jahren formte sich diese künstlerisch literarische Strömung, bei der nicht mehr etwas „beschrieben“ wird, sondern die Sprache als Material sich selbst genügt. Das Publikum begegnet hier dem Spiel von Worten und Buchstaben, den Wechselbeziehungen zwischen Laut und Gestalt. Ein-Wort-Gedichte, Ideogramme, Dialektgedichte, Collagen und Schriftobjekte sind nur einige Formen, die hierbei entstanden sind.

POETRY GOES ART & vice versa - eine umfassende Ausstellung zur Entstehung und Entwicklung der Konkreten und Visuellen Poesie - zeigt Werke von internationalen Pionieren dieser Kunstrichtung wie Eugen Gomringer, Augusto und Haroldo de Campos, Öyvind Fahlström, Gerhard Rühm und Franz Mon. Die einzigartige, von Anfang an parallel stattfindende Entstehung der Konkreten Poesie in der Schweiz, Brasilien, Schweden und Österreich erfolgte trotz geografischer Entfernung, unterschiedlicher kultureller und politischer Situationen. In den 1960er Jahren wird Deutschland zum Zentrum der Entwicklung und zieht als Treffpunkt viele internationale Künstler an. Lautpoesie, visuelle, akustische, radiophone und sogenannte künstliche Poesie (Computertexte) sind das Ergebnis dieses künstlerischen Austauschs. Die Ausstellung bietet dem Publikum einen detaillierten Einblick in diese außergewöhnlichen und bemerkenswerten Zusammenhänge. Schreibmaschinenarbeiten, Künstlerbücher, Grafiken, Filme und Zeitschriften, auch Radio- und Klangkunst sowie verschiedenartige Objekte zeugen von dem besonderen, ästhetischen und gesellschaftlichen Spannungsfeld der Poesie.

Eugen Gomringer: schweigen, 1969

Symposium "Poesie - Konkret"

Ergänzend zur Ausstellung findet am 17. und 18. Juni jeweils von 11.00 -18.00 Uhr das Symposium Poesie – Konkret zur weltweiten Verbreitung und Diversifizierung der Konkreten Poesie statt. Dabei werden zusammen mit internationalen Wissenschaftlern und Kuratoren, Künstlern und Autoren die Kontexte der Konkreten und Visuellen Poesie aufgearbeitet und diskutiert.

 

Eine Ausstellung des Studienzentrums für Künstlerpublikationen in Kooperation mit Poetry on the Road, dem Institute for Cultural Studies in the Arts der Universität der Künste Zürich, dem Forschungsverbund Künstlerpublikationen, dem Instituto Cervantes Bremen und dem Museu de Arte Contemporânea der Universität São Paulo - MAC USP.

 

Das Programm des Symposiums als Download:

Hier können Sie den Programmflyer downloaden:

Symposiumsflyer.pdf

 

 

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