Anri Sala, Title Suspended, 2008
Ausstellung | Ab 12.05.2012

Kabinettstücke

Vorhut aus dem Hinterland Teil 2
Jürgen Wesseler und das Kabinett für Aktuelle Kunst Bremerhaven
In einem kleinen ehemaligen Ladenlokal in Bremerhaven stellt Jürgen Wesseler seit 1967 kontinuierlich Werke von internationalen Künstlerinnen und Künstlern der Gegenwart aus. Das Besondere an seinem Ausstellungskonzept besteht darin, dass er die Eingeladenen immer wieder davon zu überzeugen vermag, sich künstlerisch auf den nur 35 m² großen Raum mit Schaufenster einzulassen. Und sie tun dies seit nunmehr 45 Jahren in einer Art und Weise, die mittlerweile beispielgebend für die internationale Kunst- und Kuratorenszene ist! Man kann ohne Übertreibung behaupten, dass sich der kleine Raum gegenüber dem Bremerhavener Stadttheater inzwischen in die Kunstgeschichte eingeschrieben hat und internationale Reputation besitzt.
Andreas Slominski, Hochsprunganlage, 1988
Andreas Slominski, Hochsprunganlage, 1988
Gregor Schneider, N. Schmidt, 2001
Gregor Schneider, N. Schmidt, 2001
Norbert Schwontkowski, Nachdenken über ein totes Pferd, 2007
Norbert Schwontkowski, Nachdenken über ein totes Pferd, 2007
Henk Visch, Feinde der dritten Dimension, 2010
Henk Visch, Feinde der dritten Dimension, 2010

Blickt man auf diejenigen, die das Kabinett seitdem auf besondere Weise bespielt haben zurück, entdeckt man in ihren Reihen vornehmlich wohlklingende Namen von Künstlerinnen und Künstlern, deren Werke auf der documenta oder in anderen wichtigen Ausstellungen und Museen der Gegenwartskunst zu sehen waren bzw. sind. Darunter Gerhard Richter, Blinky Palermo, Sol LeWitt, Daniel Buren, Giovanni Anselmo und Giuseppe Penone – um nur wenige zu nennen. Doch Wesseler hat die meisten dieser inzwischen sehr renommierten Künstler bereits Jahre vor ihren ersten documenta-Auftritten in die Hafenstadt zu locken vermocht, er hat es mit seinem besonderen Engagement geschafft, sie für das kleine Ladenlokal zu begeistern und dort ihre Spuren zu hinterlassen. 

Luc Tuymans,Ende, 2007
Luc Tuymans, Ende, 2007

Diese Bremerhavener Pionierleistungen setzen sich auch in der Gegenwart fort. Namen wie Gregor Schneider, Andreas Slominski, Anri Sala, Ceal Floyer, Silvia Bächli und andere zeigen, dass das Kabinett auch gegenwärtig am Puls der Zeit arbeitet, ohne dabei den „Mainstream“ widerzuspiegeln. Und immer wieder sind es jüngere, bislang noch nicht sehr populäre Positionen vornehmlich aus dem Umfeld der Conceptual- und Minimal Art (und verwandter Strömungen), die hier fern der großen Kunstzentren der Welt gezeigt werden. Wesseler arbeitet zudem höchst engagiert im Vorstand des Bremerhavener Kunstvereins, hat inzwischen mit seinen Mitstreitern eine kleine aber feine Sammlung aufgebaut und konnte sich (und anderen kunstbegeisterten Bremerhavenern) vor wenigen Jahren einen Traum erfüllen: Ein Museum, das die gesammelten Werke des Kunstvereins Bremerhaven in angemessener Form öffentlich macht.

Die Weserburg widmet der Geschichte des Kabinetts für Aktuelle Kunst und damit der engagierten kuratorischen und sammlerischen Tätigkeit von Jürgen Wesseler 2012 eine eigene Ausstellung. In einem Rückblick auf die letzten 20 Jahre Kabinettsgeschichte sollen wichtige Positionen der seit 1992 in Bremerhaven ausgestellten Künstlerinnen und Künstler und andere herausragende Werke aus Privatsammlungen zusammengefasst und in spannende Dialoge miteinander gebracht werden. Dass dies ausgerechnet in Bremens Sammlermuseum für Gegenwartskunst geschieht (wie übrigens 1992 bereits einmal zuvor), mag ein deutliches Zeichen dafür setzen, dass es eben nicht nur wirtschaftliche Beziehungen zwischen Bremerhaven und Bremen, sondern auch einen über die Grenzen der Region ernst zu nehmenden kulturellen Austausch gibt, von dem beide Städte nur profitieren können. Die Ausstellung wird großzügig durch die Bremer Landesbank und den Senator für Kultur unterstützt.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Mit großzügiger Unterstützung von:

Museumsfreunde Weserburg


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