Künstlerpublikationen und ihre Gattungen

 

Der Begriff Künstlerpublikationen wird hier als Oberbegriff für alle Formen publizierter Kunstwerke verwendet: vom Künstlerbuch über die Künstlerschallplatte, das Multiple, den Film-/Video-Editionen bis hin zur Netzkunst. Künstlerpublikationen setzen sich dementsprechend aus 17 verschiedenen Gattungen und zahlreichen Untergattungen zusammen.

Im Folgenden sind alle Gattungen der Künstlerpublikationen aufgeführt und kurz beschrieben. Dabei besteht für jede einzelne Gattung die Möglichkeit der gezielten Recherche in der Online-Datenbank.

 

Künstlerbücher

Erst seit den 1960er Jahren kann vom Künstlerbuch als eigenständiger Gattung gesprochen werden. Künstlerbücher beziehen sich aufgrund ihrer Gestaltung, ihres Formats, ihrer Materialität oder ihrer Funktion auf Formen des herkömmlichen Buches. Das Künstlerbuch als Ganzes manifestiert und visualisiert einen konzeptionellen Kontext, der auf der künstlerischen Intention des jeweiligen Künstlers basiert und es als autonomes Kunstwerk ausweist.

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Künstlerzeitschriften

Künstlerzeitschriften entstanden im Kontext der zeitgenössischen Kunst Anfang der 1950er Jahre. Sie reflektieren die Gestaltung, das Format, das Material und die Erscheinungsweise herkömmlicher Zeitschriften. Künstlerzeitschriften können in Form normaler Zeitschriften, aber auch als Assembling, Einblatt- oder Objektzeitschriften erscheinen sowie in Form eines Newsletters. Als eigenständige Kunstwerke bilden sie unabhängige und unzensierte Informationsmedien.

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Künstlerzeitungen

Künstlerzeitungen adaptieren die Gestaltung, das Format, das Material und die Erscheinungsweise herkömmlicher Zeitungen. Ein großer Teil der Künstlerzeitungen besteht jedoch nur aus einer einzigen Ausgabe, die ein in sich geschlossenes Kunstwerk eines einzelnen Künstlers darstellt, beziehungsweise häufig einmalig anlässlich einer Ausstellung oder eines Projektes herausgegeben wurde. In Form einer Einblattzeitung kann eine Künstlerzeitung auch als Plakat erscheinen.

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Auflagenobjekte

Auflagenobjekte erscheinen sowohl in form von kleinformatigen, als auch großformatigen Objekten, Plastiken oder Skulpturen, die in der Regel in kleinen auflagen von zwei bis circa 15 Exemplaren entstehen. In Ausnahmefällen sind auch Auflagen von bis zu 50 Exemplaren möglich. Es handelt sich dabei um besondere Künstlereditionen, die meistens signiert sind und sich durch einen eher hohen Preis auszeichnen. Auflagenobjekte können im Kontext von buchobjekten, Klangarbeiten oder Film-/Video-Skulpturen in vielen verschiedenen Formen auftreten.

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Multiples

Beim Multiple handelt es sich um dreidimensionale Kunstwerke, die in einer bestimmten Anzahl seriell hergestellt werden. Die Objekte sind ökonomisch, materiell und ästhetisch gleichwertig. Jedes dieser identischen Kunstobjekte steht für das andere, kann es ersetzen und ist somit austauschbar. Es sind eigenständige autonome Kunstwerke, die in einer unlimitierten oder zumindest größeren Auflage von ca. 500 bis hin zu mehreren Tausend Exemplaren verlegt wurden.

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Foto-Editionen

Fotografien von Künstlerinnen und Künstlern sind dann als Künstlerpublikationen zu bezeichnen, wenn sie aufgrund ihrer Konzeption als vervielfältigte und publizierte Werke vorliegen bzw. wenn sie von den Künstlern nach Bedarf abgezogen werden. Sie erscheinen damit direkt oder auch indirekt in einer Auflage und können als Editionen bezeichnet werden. Sie bestehen in der Regel in Form von originalen Fotoabzügen.

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Grafiken

Die Bezeichnung Grafik dient für alle künstlerischen Werke, die durch manuelle Drucktechniken, fotomechanische Verfahren oder maschinelle Druckverfahren hergestellt werden. Es handelt sich um vervielfältigte Kunstwerke, die in auflagen zwischen ca. 10 und mehreren Tausend Exemplaren entstehen können. Sie bestehen in Form von Originalgrafiken, Offsetgrafiken, als Elektrografien oder Xeroxkopien, Computergrafiken, Schreibmaschinen- und Stempelkunstwerke.

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Grafische Arbeiten

Als grafische Arbeiten werden alle jenen Werke bezeichnet, deren Entstehung auf grafischen Techniken basieren, die als solche aber nicht als rein autonome Grafiken angesehen werden, da sie einen alltäglichen Gebrauch intendieren, der durch ihre Vervielfältigung unterstützt wird. Zu den grafischen Arbeiten zählen Künstlerpostkarten und Künstlerbriefmarken sowie künstlerisch gestaltete Aufkleber, Bierdeckel, Briefumschläge, Flaschenetiketten, Lesezeichen, aber auch Tattoos zum Aufdrucken oder Aufkleben.

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Ephemera

Ephemera umfassen von Künstlerinnen und Künstlern gestaltete Einladungskarten und Ausstellungsplakate sowie im weitesten Sinne künstlerisch gestaltete Ankündigungen, Eintrittskarten, Flyer, Programme oder Programmhefte, die anlässlich von Veranstaltungen erscheinen. Ephemera sind in diesem Sinne Dokumente, die nur für den angegebenen Zeitraum Bestand haben, wie beispielsweise eine Ausstellung mit Eröffnung und Finissage.

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Künstlerschallplatten

Bei Künstlerschallplatten handelt es sich im Sinne der publizierten Kunstwerke um veröffentlichte oder multiplizierte Sound Art auf Schallplatten und / oder eine künstlerische Gestaltung der Cover. Die Künstler, die ihre Klangarbeiten auf Schallplatten aufnahmen, schufen in der Regel nicht nur für das Cover, sondern auch für die Tonträger selbst, sprich das Vinyl und das Label, eine spezielle Gestaltung. Die Einheit von Klangarbeit und gestaltetem Cover als Bildträger ließ besonders eigenständige Kunstwerke entstehen.

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Audio-Kassetten

Die Verfügbarkeit von Tonbandgeräten und Kassettenrecordern seit anfang der 1950er bzw. 1970er Jahre bot den Künstlerinnen und Künstlern erstmals die Möglichkeit, mit geringen Kosten und auf einfache technische Art und Weise eigene, zum Beispiel mit Hilfe von Effekten wie der Mehrfachüberspielung oder der Geschwindigkeitsmanipulation, konzipierte Klangarbeiten selbst zu produzieren und aufzunehmen. Die Vervielfältigung bzw. die einfache Überspielbarkeit von Audio-Kassetten erlaubte es den Künstlern und kleinen Verlagen zudem, selbst Sound-Arbeiten zu verlegen und Kassetten herauszugeben, die sie entsprechend der Nachfrage vervielfältigten.

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Compact Disc

Für die Veröffentlichung von Klangarbeiten von Künstlerinnen und Künstlern hat sich die Compact Disc, auch bezeichnet als Compact Disc Digital Audio, seit den 1980er Jahren immer mehr durchgesetzt Die Gattungsbezeichnung steht hier für alle digitalen Tonträger von der Compact Disc (Audio-CD) über die Mini Disc bis hin zur Digital Versatile Disc (Audio-DVD). Das Klangmaterial der Künstler entspricht dem auf Künstlerschallplatten und audio-Kassetten von Künstlern. Zahlreiche Werke der Künstler, die ursprünglich auf Schallplatten oder Audio-Kassetten erschienen sind, wurden später auf Compact discs neu herausgegeben.

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Radiokunst

Der Begriff der Radiokunst umfasst eine ganze Bandbreite an künstlerischen Arbeiten, die sich in einem interdisziplinären Bereich im Kontext der bildenden Kunst, der experimentellen Literatur und der Neuen Musik bewegen. Unter Radiokunst können dabei künstlerische Werke verstanden werden, die seit den 1960er Jahren auf der Veröffentlichung über Radiosender oder Internetradio bzw. auf der Ausstrahlung, akustischer oder radiofoner Signale basieren.

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Film-/Video-Editionen

Filme und Videos von Künstlerinnen und Künstlern sind zu den Künstlerpublikationen zu zählen, da sie grundsätzlich der Veröffentlichung dienen und häufig vervielfältigt in Auflagen vorliegen. Film- und Video-Editionen erscheinen zum Zweck der Distribution auf Datenträgern wie Videokassetten oder Digital Versatile Discs (DVD-Videos). Künstlerfilme und -videos werden über Verlage, spezielle Künstleragenturen oder als sonderedition vom Künstler selbst, seiner Galerie oder einem auf bildende Kunst spezialisierten Verleger vertrieben.

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Fernsehkunst

Fernsehkunst umfasst Werke, die Künstlerinnen und Künstler direkt für die Ausstrahlung über Fernsehstationen konzipiert haben. Die Fernsehfilme haben sie entweder selbst mit eigener Technik oder mit Unterstützung von Redakteuren, Kameraleuten und Technikern der Fernsehsender umgesetzt. Darüber hinaus zählen zu diesen Werken auch Filme bei denen die Künstler ‚nur’ mitgewirkt haben, dabei aber einen zentralen Einfluss auf die Gestaltung nahmen sowie Filme, die ursprünglich nicht für das Fernsehen gedacht waren, dann aber über die Ausstrahlung bekannt wurden.

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Multimedia-Editionen

Bei Multimedia-Editionen von Künstlern handelt es sich um Kunstwerke auf digitalen Datenträgern, wie die CD-ROM (Compact Disc Read-Only Memory) oder die DVD-ROM (Digital Versatile Disc Read-Only Memory). Sie entstehen aus der künstlerischen Verbindung von Text, Bild/Fotografie, Grafik, Ton und Animation und integrieren Elemente der Performance, des Videofilms, des Computerspiels und der Netzkunst. Als interaktive Medienkunstwerke auf Datenträgern entsprechen sie damit multiplizierten und veröffentlichten Kunstwerken.

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Netzkunst

Die Netzkunst ist eine Kunstform, die sich mit den technischen Eigenschaften und medialen Möglichkeiten des Internets auseinandersetzt. Sie kann nur im oder mit dem Internet bestehen. Diese internetspezifische Kunst existiert auf Festplatten oder Servern und wird nur mithilfe von Computern sichtbar. Es handelt sich um Projekte, die ausschließlich für das World Wide Web entworfen worden sind und von den spezifischen Charakteristika des www ausgehen sowie nur oder zumindest hauptsächlich im Netz existieren.

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Kontakt

Zentrum für Künstlerpublikationen / Weserburg
Teerhof 20
28199 Bremen
Telefon +49 (0)421 59839 40
E-Mail: studienzentrum@weserburg.de

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Dienstag bis Freitag 11-12:30 Uhr
Donnerstag 14-16:30 Uhr
sowie nach Vereinbarung

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Die Ausstellungen des Zentrums für Künstlerpublikationen sind zu den Öffnungszeiten der Weserburg zu sehen:

Dienstag bis Sonntag 11-18 Uhr
Donnerstag 11-20 Uhr
Montag geschlossen
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