Lara-Marie Witt, 5 Klicks (2019)

Junges Blut

Ausstellungs- und Kooperationsprojekt mit der Kunstschule Wandsbek
Junges Blut geht in die nächste Runde! Das Kooperationsprojekt mit der Kunstschule Wandsbek gibt zum vierten Mal Einblick in das Denken und Wirken junger Menschen. Inspiriert von der großen Sonderausstellung "Cindy Sherman. Werke aus der Olbricht Collection" hat eine Gruppe Studierender eigene Werke entwickelt mit spannenden, bisweilen sehr persönlichen Zugängen. Körperlichkeit und Sexualität, Identität und Rollenbilder, Fragen, die im Werk der US-amerikanischen Künstlerin eine große Rolle spielen, bildeten einen faszinierenden Ausgangspunkt. Entstanden sind mehrere Fotoserien, großformatige Textarbeiten, bis hin zu Skulpturen und Objekten, die mitunter ein skurriles Eigenleben haben. Ziel war es, den Studierenden für Kommunikationsdesign die Möglichkeit zu geben, künstlerisch frei zu arbeiten. Zugleich konnten sie die nötigen gestalterischen und organisatorischen Abläufe einer Ausstellungsproduktion kennenlernen. Ihren Freiraum haben sie genutzt: Das Ergebnis ist eine abwechslungsreiche Ausstellung mit eigenständigen, oft überraschenden Perspektiven, auf das, was uns als Menschen ausmacht.
Kayen Eggeling, Notification (2019)
Kayen Eggeling, Notification (2019)

Cindy Shermans Verwandlungskünste sind mittlerweile für viele Alltag: 5 Klicks, mitunter sogar weniger, reichen heutzutage aus, um das Antlitz einer Person vollkommen zu verwandeln. Lara-Marie Witt hat in ihrer Porträtserie Gesichtshälften junger Frauen und Männer symmetrisch gespiegelt, digital bearbeitet und geglättet. Der Wunsch nach Individualität und Attraktivität wird hier zu einem virtuellen Zerrbild, das trotz all seiner Reize befremdlich wirkt.

Henrik Knüppel, OhneTitel (2019)
Henrik Knüppel, OhneTitel (2019)

Schwarz auf weiß und in eindrucksvoll großen Lettern präsentiert Kayen Eggeling verschiedene Statements, die eine ganze Wand füllen: YOUR INDEPENDENCE HAS BEEN RESET. YOUR RELATION HAS BEEN SWIPED LEFT. Die Aussagen sind in ihrer nüchternen Klarheit irritierend, denn hier ist alles bereits unumstößlich entschieden – und in der Tat empfinden dies heutzutage viele Menschen in immer mehr Lebensbereichen. Doch sind Entscheidungen tatsächlich alternativlos? Gibt es keine Handlungsspielräume? Sind wir wirklich ohnmächtig? Kayen Eggeling fordert mit ihren Statements zu nichts auf und gerade deshalb ermuntert sie zum Widerstand.

Henrik Knüppel zeigt wiederum ein motorisiertes Objekt. Versehen mit einzelnen Puppengliedern kriecht es in grotesken Bewegungen über den Ausstellungsboden. Shermans Schreckensbildnisse von verstümmelten Puppen finden hier eine eigentümliche Entsprechung. Die Vorstellung einer unschuldigen Kindheit wird ad absurdum geführt. Denn das unbekümmerte, ja naive Spiel in der frühen Jugend ist nicht immer frei von sadistischen Erkundungen, von Gewalt- und Lustfantasien.

Eine Ausstellung mit Werken von Kayen Eggeling, Ayleen Mertins, Alex Gottfried, Hannah Grams, Tabea Gruis, Anika Huhle, Henrik Knüppel, Hannah Lowitz, Isabell Schlüter, Merle Tatoli, Lara-Marie Witt und Kübra Yilmaz.

Dokumentation: Laura Feldt und Maximilian Gregorius

Projektleitung: Björn Behrens und Gerd Jegelka in enger Zusammenarbeit mit dem Kurator der Weserburg Ingo Clauß 

Mit freundlicher Unterstützung der Barmer Krankenkasse Bremen und HUK Coburg


Wichtiger Hinweis

Die Ausstellung ist auch noch nach der Wiedereröffnung der Weserburg zu sehen: 30.03. – 07.04.2019

Eröffnung

Donnerstag, 21. Februar um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. 

Führung

Sonntag, 24. Februar um 14 Uhr. Die Studierenden der Kunstschule Wandsbek stellen im Gespräch mit Kurator Ingo Clauß ihre künstlerischen Werke vor. 

Der Blog zum Projekt Junges Blut

Alle, die mehr wissen wollen, können die Entwicklung des Projekts auch über den Tumblr-Blog mitverfolgen: wandsbekundweserburg.tumblr.com

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