Zentrum für Künstlerpublikationen
Ra­dio­kunst

Radio im Fluss – die Sendung für Radiokunst, Soundart und Künstlerpublikationen

Jeden Dienstag um 21 Uhr macht das Zentrum für Künstlerpublikationen eine Stunde Radioprogramm im Rahmen von Radio Weser.TV.

Auf folgenden Kanälen:
Radio Weser.TV Bremen und umzu: UKW 92,5 MHz
und via Internet im livestream: https://www.medialabnord.de/radio-livestream/

Die kommenden Sendungen entstanden anlässlich von Duft, Smell, Olor… – Multiple Darstellungen des Olfaktorischen in der zeitgenössischen Kunst, einer Ausstellung im Rahmen von Smell it!, ein gemeinsames Ausstellungsprojekt mit 10 Ausstellungen in 8 Museen im Bundesland Bremen.

Die nächsten Termine:

Thomas Kapielski: Der Duft des Nebels, 24.8. / 5.10.

Thomas Kapielski, 2019. Foto: Bettina Brach © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

24.8. / 5.10., 21 Uhr
Thomas Kapielski: Der Duft des Nebels 
Auf Einladung des Zentrums für Künstlerpublikationen hat Thomas Kapielski ein neues Hörstück produziert. Im Studio von Frieder Butzmann schnüffelt er der Frage nach, was denn nur so unangenehm streng und ranzig müffele. Dem Geruch bei Schiller, Goethe, Shakespeare und weiteren Literat*innen auf der Spur, steigen ihm schließlich auch wohlig-balsamische Düfte in die Nase. Im dritten Teil eröffnet er den Hörer*innen eine Vorstellungswelt der Düfte – Bohnenkaffee, Herbstlaub, neue Bücher, Basilikum, Zinksalbe, vieles mehr und Nebel. Mit einer Einführung von Anne Thurmann-Jajes.

Peter de Cupere. Olfactory Artist, 31.8. / 12.10.

Peter de Cupere, aus dem Video "Smoke Flowers", 2017

31.8. / 12.10., 21 Uhr
Peter de Cupere. Olfactory Artist
Im Gespräch mit Anne Thurmann-Jajes gibt Peter de Cupere, Geruchskünstler aus Belgien, Einblicke in diesen spannenden Bereich bildender Kunst. Er gibt Hintergrundinformationen zu seinen Video-Arbeiten, die in der Ausstellung Duft, Smell, Olor… gezeigt wurden und trägt sein Olfactory Art Manifest vor.

In englischer Sprache.

Runzelstirn & Gurgelstock / Das Original Oberkreuzberger Nasenflötenorchester, 7.9. / 19.10.

7.9. / 19.10., 21 Uhr
Runzelstirn & Gurgelstock / Das Original Oberkreuzberger Nasenflötenorchester
Bettina Brach stellt zwei CDs vor, die in der Ausstellung Duft, Smell, Olor… zu hören waren: Runzelstirn & Gurgelstock: Hirnstamm, Kotloch und Scheisse sowie Das Original Oberkreuzberger Nasenflötenorchester/Der Grindchor: Stille Tage in Rüsselsheim.

Gabi Schaffner: Datscha Radio, 14.9. / 26.10.

Datscha Radio

14.9. / 26.10., 21 Uhr
Gabi Schaffner: Datscha Radio.
Eine Sendung mit und über Datscha Radio. Bettina Brach spricht mit Gabi Schaffner, „Radiogärtnerin“ aus Berlin. 2012 hat sie Datscha Radio gegründet und sendet seitdem aus ihrem und aus befreundeten Gärten. Vor zwei Jahren fand in der Serie „Nachtgärtnern“ das Projekt mit dem schönen Titel „Fragrances and Frequencies“ statt. Mit zahlreichen Sound-Beiträgen.

Christoph Ogiermann zu "Waschzwang sensitiv", 21.9. / 2.11.

21.9. / 2.11., 21 Uhr
Christoph Ogiermann zu Waschzwang sensitiv
Waschzwang: Ein USB-Stick mit mehr als 20 Sound-Stücken, eingebettet in ein Stück Seife. Der Musiker Christoph Ogiermann, einer der teilnehmenden Künstler, gibt im Gespräch mit Anne Thurmann-Jajes Hintergrundinformationen zu diesem außergewöhnlichen Tonträger. Mit zahlreichen Sound-Beispielen.

Lukas Cejpek: Mein Schrank riecht nach Tier, 28.9. / 9.11.

Lucas Cejpek, Foto: Armin Bardel

28.9. / 9.11., 21 Uhr
Lukas Cejpek, Walter Grond und Dimitri Papageorgiou: Mein Schrank riecht nach Tier
Das 1990 entstandene Stück Mein Schrank riecht nach Tier steht im Zentrum dieser Sendung. Anne Thurman-Jajes spricht mit dem österreichischen Schriftsteller und Regisseur Lukas Cejpek über Entstehung und Aufführung der Arbeit. Cejpek: „‚Mein Schrank riecht nach Tier‘ ist für mich ein Stück privater Obsessionen: der Tod, Sex, die Einsamkeit sind die bestimmende Themen“.

Orson Welles, War of the Worlds (Cover)

Was ist Radiokunst?

Ra­dio­kunst – das sind Wer­ke, die Künst­le­rin­nen und Künst­ler spe­zi­ell für das Ra­dio ent­wi­ckel­ten: Klang- oder Ge­räusch­kom­po­si­tio­nen, Hör­spie­le, Ak­tio­nen oder Kon­zer­te, Sound Per­for­man­ces, Sa­tel­li­ten-Klang­skulp­tu­ren, So­und­scapes, Ra­dio­kunst­in­stal­la­tio­nen, ver­netz­te (Me­di­en-)Pro­jek­te bis hin zur elek­tro­akus­ti­schen Mu­sik. Ra­dio­kunst be­wegt sich in ei­nem künst­le­risch in­ter­dis­zi­pli­nä­ren Be­reich im Kon­text der bil­den­den Kunst, der ex­pe­ri­men­tel­len Li­te­ra­tur und der Neu­en Mu­sik. Die­se Brei­te zeigt sich eben­falls in den Kunst­strö­mung, in de­nen die ver­schie­de­nen Wer­ke der Ra­dio­kunst ver­or­tet wer­den kön­nen: Con­cep­tu­al Art, Con­cep­tua­lism, Elek­tro­akus­ti­sche Kunst, Elek­tro­ni­sche Mu­sik, Di­gi­ta­le Mu­sik, Flu­xus, Land Art, Laut­poe­sie, Mail Art, Mi­ni­mal Art, Mu­si­que Con­crè­te, Neue Mu­sik, Per­for­mance, Pop Art, te­le­ma­ti­sche Kunst, Vi­deo­kunst, Vi­su­el­le und Kon­kre­te Poe­sie, usw.

Die Aus­ein­an­der­set­zung der Künst­ler mit dem Me­di­um Ra­dio er­folg­te zum ei­nen auf ei­ner in­sti­tu­tio­nel­len und zum an­de­ren auf ei­ner au­to­no­men Ebe­ne. Die Künst­le­rin­nen und Künst­ler, die in ih­ren Ate­liers oder in lo­ka­len Ra­dio­sen­dern seit den 1960er Jah­ren Ra­dio­kunst­sen­dun­gen pro­du­zier­ten, ha­ben das Ra­dio als In­for­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­raum ver­stan­den und zum größ­ten Teil mit den ein­fachs­ten Mit­teln ge­ar­bei­tet. Auf die­ser Ba­sis wur­de mit all­täg­li­chen Ge­gen­stän­den und oft sim­pels­ter Tech­nik im­pro­vi­siert, aber so dass kon­zep­tio­nell, im Sin­ne ei­ner – auch von M. Glas­mei­er im Kon­text der Flu­xus-Be­we­gung for­mu­lier­ten – „Öko­no­mie der Mit­tel“, Wer­ke mit ei­ner be­son­de­ren künst­le­ri­schen Prä­gnanz ent­stan­den. Die­se be­ruht auch auf der Un­ab­hän­gig­keit von den Re­geln und Nor­men gro­ßer In­sti­tu­tio­nen und den äs­the­ti­schen Vor­stel­lun­gen von Re­dak­teu­ren und Re­gis­seu­ren.

Radiokunst, Rückblick Forschungsprojekt

Wolf Vostell, Umgraben, 1974, Foto: Andreas Buttmann

Das ko­ope­ra­ti­ve For­schungs­pro­jekt vom Zen­trum für Künst­ler­pu­bli­ka­tio­nen | We­ser­burg, der Uni­ver­si­tät Bre­men und der Uni­ver­si­tät zu Köln wid­met sich der sys­te­ma­ti­schen kunst- und me­di­en­his­to­ri­schen Er­for­schung der Ra­dio­kunst. Un­ter dem Be­griff der „Ra­dio­kunst“ wer­den da­bei zu­nächst alle Ra­dio­sen­dun­gen ge­fasst, die Künst­ler um und für das Ra­dio pro­du­ziert ha­ben. Wei­ter zäh­len hier­zu künst­le­ri­sche Ar­bei­ten, die über Ra­dio­sen­der oder In­ter­ne­tra­dio ver­öf­fent­licht wer­den, und/​oder die auf der Aus­strah­lung akus­ti­scher bzw. ra­dio­pho­ner Si­gna­le ba­sie­ren. Un­ter be­son­de­rer Be­rück­sich­ti­gung des di­gi­ta­len Ra­dio­kunst­be­stands im Zen­trum für Künst­ler­pu­bli­ka­tio­nen | We­ser­burg geht das von der VW-Stif­tung ge­för­der­te Pro­jekt der Fra­ge nach, wel­che Pa­ra­dig­men und Pa­ra­me­ter spä­tes­tens seit den 1960er Jah­ren in­ter­na­tio­nal zur Ent­ste­hung und Ent­wick­lung ei­ner Kunst mit elek­tro­ni­schen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­me­di­en führ­te. In drei Teil­pro­jek­ten wer­den so der Ein­fluss der Tech­no­lo­gi­en auf die Ra­dio­kunst, ihr in­sti­tu­tio­nel­ler Kon­text und sei­ne Macht­struk­tu­ren so­wie As­pek­te der Ver­mitt­lung er­ör­tert.

Die Er­geb­nis­se der drei For­schungs­fel­der bil­den sich un­ter op­ti­ma­ler Aus­nut­zung der Syn­er­gie­ef­fek­te in drei Dis­ser­ta­tio­nen, ei­ner Mo­no­gra­fie, ei­ner Ta­gung mit Do­ku­men­ta­ti­on und in zwei Aus­stel­lun­gen ab.

Weitergehende Informationen zur Radiokunst finden sich auf der Online-For­schungs­platt­form des Zen­trums für Künst­ler­pu­bli­ka­tio­nen forschung-kuenstlerpublikationen.de.