Julika Rudelius. The Emperor’s New Mall

Neue Videoarbeiten

06.09.2025 - 10.05.2026
Julika Rudelius, Double Surface, 2025 (Videostill) © Julika Rudelius

In ihren Filmen, Fotografien und Performances treibt Julika Rudelius (*1968 in Köln, lebt in den Niederlanden/Amsterdam) die Neugier auf Menschen, Stereotype und Milieus an, die sie (noch) nicht kennt und meist ganz anders sind, als sie zuvor gedacht hätte. Die Lust, hier einzutauchen und ihren Widersprüchen, Ästhetiken und Funktionsweisen nachzuspüren, prägt ihr Schaffen sowohl auf inhaltlicher wie auf formaler Ebene. Ihr Ausgangspunkt ist die Faszination für und das Erstaunen über das, was wir Menschen uns ausdenken, um uns in gesellschaftlich, politisch oder kulturell geformten Rollen und Klischees einzufügen.

The Emperor’s New Mall in der Weserburg konzentriert sich auf perfektionierte Oberflächen – auf unsere äußere Erscheinung, unser Auftreten, unsere Statussymbole und die Verführung, die von ihnen ausgeht, für die Protagonist*innen in den Arbeiten wie für die Betrachter*innen davor. Wieviel davon ist von uns selbst gewählt und damit tatsächlich individuell? Wieviel ist durch gesellschaftliche Normen, kapitalistische Werte und unterbewusste Prägungen vorgegeben? Was ist Geste, was Haltung? Und worin liegt ihre Faszination?

Gefördert durch das Königreich der Niederlande

Julika Rudelius, Double Surface, 2025

Julika Rudelius, Double Surface, 2025 (Videostill) © Julika Rudelius

Die Videoarbeit Double Surface (2025) untersucht die Verbindung zwischen begehrten, leistungsstarken und muskulös designten Autos und der Optimierung des menschlichen Körpers als paradoxes Phänomen einer hochtechnologisierten Gesellschaft. Ausgangspunkt ist die Beobachtung einer hochentwickelten Ästhetik, mit der sich menschliche Körper zeitgenössischen Objekten wie Autos angleichen. Perfekt modellierte Oberflächen aus Haut und Metall erscheinen dabei so vollendet, als wären sie unserer alltäglichen Realität entrückt. Der Film entwickelt für diese Verschmelzung eine eigene Bildsprache und löst sich von gängigen Stereotypen perfektionierter Körper vor oder auf Autos. Neben dem Zusammenspiel von Statussymbol und Besitz kommen die Protagonist*innen auch selbst zu Wort und sprechen über Ästhetik sowie Körper- und Lebensgefühl.

Die zweite Episode von Double Surface ist als Intervention in die bestehende Ausstellungsinstallation angelegt und vertieft das Zusammenspiel von Oberflächen, Körpern und Repräsentationssymbolen. Die Szenerien zeigen Menschen mit kräftigen Körpern bis hin zu Bodybuildern, teilweise neben hochmotorisierten Fahrzeugen und muskulösen Tieren. Erstmals arbeitet Julika Rudelius in einem ihrer Videos mit Musik, komponiert von Gary Shepherd, und eröffnet damit einen nonverbalen Erzählraum.

Die Episode versteht sich als Nachdenken über männliche Körperformen, Ästhetiken und Stilisierungen. In der Wechselwirkung von Bild und Musik bleibt das Urteil bewusst offen und fragil. Sprache, Komposition und Stilisierung, zentrale Bestandteile von Rudelius’ Arbeiten, werden hier durch Musik aufgegriffen und erweitert.

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Julika Rudelius, Double Surface, 2025 (Videostill) © Julika Rudelius

Unser geschultes Personal führt Sie durch die Ausstellung, auf Wunsch auch zu speziellen Themen, in deutscher und englischer Sprache.

85 Euro zzgl. Eintritt
Maximal 25 Personen pro Führung (50 Minuten)
Eine Anmeldung ist erforderlich!

Informationen und Buchungsanfragen

Weserburg Museum für moderne Kunst
+49 (0)421 59839-0
info@weserburg.de