Zentrum für Künstlerpublikationen
Zentrum

Blick in die Ausstellung Künstlerbücher für Alles, 2017, Foto: BettinaBrach

Die Weserburg Museum für moderne Kunst verfügt über einen in Europa einzigartigen Bestand von Künstlerpublikationen und Schriftgut. Das Zentrum für Künstlerpublikationen fungiert dabei als Archiv, Forschungsinstitut und Ausstellungsort gleichermaßen. Die Archiv- und Sammlungsbestände bilden die Basis beispielgebender Ausstellungen und renommierter wissenschaftlicher Forschung.

Das Zentrum..

  • ..ist Teil eines internationalen Netzwerks von Museen, Universitäten und Forschungseinrichtungen.
  • ..ist ein einzigartiger Ort für kulturelle Bildung, Wissenschaftskommunikation und Wissenstransfer.
  • ..trägt wesentlich zur Profilbildung der geisteswissenschaftlichen Forschung sowohl im Land Bremen als auch in der Bundesrepublik Deutschland bei.
  • ..stärkt als Institution mit wissenschaftlicher Strahlkraft den Forschungs- und Bildungsstandort Deutschland.

Zentrale Aufgabe des Zentrums ist es, Künstlerpublikationen und diesbezügliches Schriftgut seit den 1950er Jahren international – mit einem Schwerpunkt auf Europa – zu sammeln und zu vermitteln, zu bewahren und zu pflegen sowie als Kulturgut zu sichern. Dieses impliziert sowohl die konservatorische Betreuung und Lagerung, die Ergänzung und Erweiterung der Bestände, als auch ihre Erforschung basierend auf der Erschließung und Digitalisierung.

Das Zentrum umfasst ca. 80 verschiedene Archive, Nachlässe, Fonds und Sammlungen. Der Bestand setzt sich aus 1.300 laufende Meter Schriftgut, Schriftgut mit Kunstcharakter und Künstlerpublikationen zusammen. Insgesamt sind über 300.000 publizierte, vervielfältigte und veröffentlichte Kunstwerke von über 3.000 Künstler/innen aus aller Welt vorhanden – von der Künstlerbriefmarke über Künstlerbücher, Filme, Videos und Künstlerschallplatten bis hin zur Multimedia-Edition, wie sie in Europa an keiner anderen Stelle so anzutreffen sind.

Das Zentrum zeigt die Bedeutung von Künstlerpublikationen für eine gesamteuropäische Kulturgeschichte und ihre Verortung im internationalen Kontext auf.Schließlich stellen Künstlerpublikationen  die erste gemeinsame europäische Kunstgeschichte nach dem 2. Weltkrieg auf der Basis eines alle politischen Grenzen überschreitenden künstlerischen Netzwerkes dar.

Kontakt

Weserburg Museum für moderne Kunst
Zentrum für Künstlerpublikationen
Teerhof 20, 28199 Bremen
Germany

+49 (0)421 59839-40
studienzentrum@weserburg.de

 

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Das Zentrum für Künstlerpublikationen wird institutionell gefördert durch
Institutioneller Förderer und Partner

Öffnungszeiten Zentrum für Künstlerpublikationen

Studienraum

Dienstag bis Freitag 11-12:30 Uhr
Donnerstag 14-16:30 Uhr
sowie nach Vereinbarung

Ausstellungen

Dienstag bis Sonntag 11 – 18Uhr
Montag geschlossen

Feiertage

Karfreitag, Ostermontag, 1. Mai, Pfingstmontag, Heiligabend, 1. Weihnachtstag, Silvester und Neujahr geschlossen.

An allen anderen Feiertagen, außer an jenen, die auf einen Montag fallen, ist das Museum von 11-18 Uhr geöffnet.

Zur Entstehung

Das Logo des Archive for Small Press & Communication (ASPC)

Mit der Gründung und Eröffnung des Neuen Museums Weserburg Bremen 1991 ist eine Sammlung Künstlerbücher als museumseigene Sammlung des Sammlermuseums konzipiert worden. Die Konzeption des Gründungsdirektors Dr. Thomas Deecke und des für diese Sammlung zuständigen Gastkurators Guy Schraenen sah vor, eine Sammlung von Künstlerbüchern aufzubauen und erstmals nicht in der Bibliothek, sondern direkt im Museum zu präsentieren. Es wurde ein ca. 10 m² großer Raum als Schaulager und eine ca. 250m² große Ausstellungsfläche eingerichtet. Bezeichnet wurde dieser Bereich als „Ein Museum in einem Museum“. Die jährlich drei bis vier Ausstellungen konzipierte Guy Schraenen überwiegend aus dem Bestand seines privaten Archive for Small Press & Communication (ASPC). Mit Bettina Brach als Assistentin kuratierte er bis 2000 über 30 Ausstellungen und edierte eine 25 Ausgaben umfassende Katalogreihe.

Ende 1997 bekam Dr. Anne Thurmann-Jajes den Auftrag, die bis dahin bestehende Sammlung von ca. 3000 Künstlerbüchern, Künstlerzeitungen und Zeitschriften, inkl. Sekundärliteratur wissenschaftlich aufzuarbeiten. Gleichzeitig äußerte Guy Schraenen, sein Archiv verkaufen zu wollen. Da das Archiv künstlerische und dokumentarische Materialien beinhaltet und Künstlerpublikationen nur ansatzweise wissenschaftlich erforscht sind, nahm sie Kontakt mit der Universität Bremen auf, um Möglichkeiten zu eruieren, das Archiv für Museum und Universität nutzbar zu machen. Zusammen mit Dr. Sigrid Schade, Professorin der Kunstwissenschaft, arbeitete sie dann ein Konzept aus, um das ASPC und den weiteren Bestand zu erforschen und zu vermitteln. Auf der Basis einer gemeinsamen Erklärung von Universität und Museum unter der Moderation eines Vertreters der Stadt Bremen gelang es dann, das Archiv 1999 erwerben zu können.

Dem besonderen Engagement des Präsidenten des Senats Dr. Henning Scherf ist es zu verdanken, dass der Ankauf des Archivs zur Hälfte von der Landesregierung finanziert werden konnte. Die weitere Finanzierung erfolgte mit Unterstützung der KulturStiftung der Deutschen Bank, dem Beauftragten der Bundesregierung für Kunst und Medien, der Karin und Uwe Hollweg Stiftung, dem Knecht-Drenth Fonds /Prins Bernhard Cultuurfonds, Amsterdam/Niederlande, den MuseumsFreunden Weserburg und privater Mäzene. Basierend auf dem ca. 40.000 Werke umfassenden ASPC wurde die Sammlung Künstlerbücher umbenannt in Studienzentrum für Künstlerpublikationen und 1999 unter der Leitung von Dr. Anne Thurmann-Jajes als selbständige Abteilung des Neuen Museums Weserburg Bremen (jetzt Weserburg Museum für moderne Kunst) offiziell eingerichtet. Heute beherbergt die inzwischen in Zentrum für Künstlerpublikationen umbenannte Institution über 300.000 publizierte Kunstwerke.

Wissenschaftlicher Beirat

Der wissenschaftliche Beirat berät die Leitung des Zentrums für Künstlerpublikationen bei der mittel- und langfristigen Forschungs- und Entwicklungsplanung sowie den nationalen und internationalen Kooperationen. Er bewertet die Forschungs-, Sammlungs-, Ausstellungs- und Serviceaktivitäten im Dialog mit den wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen und spricht Empfehlungen zur weiteren Arbeit und Entwicklung des Zentrums aus.

Dem wissenschaftlichen Beirat gehören an:

  • Prof. Dr. Beatrice von Bismarck, Hochschule für Gestaltung und Buchkunst Leipzig
  • Prof. Dr. Cristina Freire, Museu d’Art Contemporãnea da Universidade São Paulo
  • Prof. Dr. Ursula Frohne, Universität Münster
  • Prof. Dr. Günter Herzog, Zentralarchiv für deutsche und internationale Kunstmarktforschung, ZADIK, Köln
  • Bartomeu Marí, National Museum of Modern and Contemporary Art, Seoul
  • Prof. Dr. Anne Moeglin-Delcroix, Université Sorbonne Paris
  • Prof. Dr. Alexander Streitberger, Université catholique de Louvain, Louvain-la-Neuve