Kay Rosen. NOW AND THEN

18.11.2023 - 31.03.2024
Kay Rosen, Stay Away, 2021, acrylic paint on wall, installation view Sikkema Jenkins & Co, dimensions variable, © Kay Rosen, Courtesy Sikkema Jenkins & Co., New York

Die Weserburg Museum für moderne Kunst zeigt die erste institutionelle Einzelausstellung von Kay Rosen in Europa. Die US-Amerikanerin (*1943 in Corpus Christi, Texas, lebt in New York City und Gary, Indiana) nutzt seit den 1970er Jahren Sprache als künstlerisches Material. International bekannt ist sie vor allem für Wandarbeiten, die einzelne Wörter, Sätze oder Buchstabenfolgen wiedergeben, oft in gewaltiger Größe. Minimalistische Form, ästhetische Kraft und kluger Inhalt kommen hier eindrücklich zusammen.

Gebrauch und Bedeutung von Sprache sind zentrale Themen im Schaffen von Kay Rosen. So gibt die Künstlerin alltäglichen Begriffen und Wörtern durch deren Anordnung sowie typografische und farbige Gestaltung irritierende Wendungen. Oft sind es subtile Anpassungen mit erstaunlichen Ergebnissen. Seien es Wortneuschöpfungen, Umdeutungen oder lautmalerische Erkundungen, Kay Rosen legt immer wieder überraschende Bedeutungsebenen frei. Dabei kommen gesellschaftskritische Fragen in den Blick. Denn in dem mittlerweile fünf Jahrzehnte umfassenden Werk wird augenscheinlich, wie Sprache unser Denken und Handeln grundlegend prägt.

Die Ausstellung in Bremen versammelt Wandarbeiten, Gemälde, Zeichnungen, Drucke und Videos. Neben exemplarischen Hauptwerken sind auch neue, wandfüllende Sprachbilder zu sehen, die speziell für die Räume des Museums entwickelt wurden. Die Weserburg ermöglicht damit zum 80sten Geburtstag die Neu- und Wiederentdeckung eines vielschichtigen künstlerischen Werks, das humorvolle Leichtigkeit und analytische Schärfe auf unverwechselbare Weise miteinander verbindet und nun erstmals umfassend in Europa vorgestellt wird.

Kuratiert von Ingo Clauß