Ulla von Brandenburg

Eine Landschaft ohne Blau, wie ungefähr

11.12.2021 - 24.04.2022
Ausstellungsansicht: Ulla von Brandenburg. Le milieu est bleu, Palais du Tokyo, Paris 2020, Foto: Aurélien Mole

Mit Ulla von Brandenburg (geb. 1974 in Karlsruhe, lebt in Paris) zeigt die Weserburg Museum für moderne Kunst eine der vielseitigsten Installationskünstlerinnen ihrer Generation. Von Brandenburg verwandelt Ausstellungsräume mithilfe von großformatigen Stoffen, raumgreifenden Installationen, intimen Objekten, geheimnisvollen Filmen, spielerischen Collagen, Scherenschnitten, Aquarellen und Performances in farbintensive Traumwelten. In sinnliche Erlebnisräume, in denen die Besucher*innen zu Akteur*innen werden. Denn reine Rezeption reicht bei von Brandenburg nicht aus. Vielmehr werden die Betrachter*innen zum Bestandteil der raumbezogenen Werkanordnungen, die sich mit ihrem Durchschreiten permanent verändern.

Eine magische Erzählung für Bremen

Die Ausstellung Eine Landschaft ohne Blau, wie ungefähr (ein Zitat aus Goethes Tafeln zur Farbenlehre und deren Erklärung) wird speziell für die Räume der Weserburg Museum für moderne Kunst konzipiert. Eine Abfolge neuer Vorhang- und Quiltformationen bildet das Setting, in das die Künstlerin einige ihrer aktuellen Filme einspeist, ergänzt von facettenreichen, gleichermaßen rätselhaften wie erzählerischen Aquarellen und Objekten.

Inhaltlich kreisen die verschiedenen Elemente der Ausstellung um die Themen Tanz, Bewegung und Geschichte des expressionistischen Ausdruckstanzes. Tanz und seine Geschichte werden hier zum Sinnbild für die menschliche Gemeinschaft und fragen im Werk von Ulla von Brandenburg stellvertretend nach den Möglichkeiten gesellschaftlichen Miteinanders – gerade in Zeiten, in denen Pandemien, Hate Speech oder zunehmender Rechtsruck in vielen Teilen unserer Gesellschaft den Umgang zwischen uns erschweren, wenn nicht gar verunmöglichen.

Eine Landschaft ohne Blau, wie ungefähr fasst dabei drei unterschiedliche Projekte in einer neuen Konstellation zusammen – im Kern beinhalten sie die Filme Le Milieu est bleu (2020 für das Palais du Tokyo Paris entstanden), Blaue und Gelbe Schatten (2021 für das Georg Kolbe Museum Berlin entstanden) und einen neuen Film, der eigens für die Ausstellung in Bremen entwickelt wird. Alle drei Filme werden von Aquarellen und Objekten begleitet und durch farblich unterschiedlich definierte Vorhangkonstellationen in atmosphärisch aufgeladener Umgebung präsentiert. Grundlage für den neuesten, in Bremen entstehenden Film ist eine Performance, die im Setting der Ausstellung aufgenommen und zur Eröffnung live aufgeführt wird.

Zum ersten Mal in diesem Umfang in Deutschland

Eine Landschaft ohne Blau, wie ungefähr in der Weserburg Museum für moderne Kunst ist die erste Ausstellung in Deutschland, die das Schaffen der international bekannten Ulla von Brandenburg in einem derartigen Umfang präsentiert – für Norddeutschland handelt es sich darüber hinaus um die erste Museumsaustellung der Künstlerin.

Während der Ausstellung erscheint ein zweisprachiger Katalog im Verlag der Buchhandlung Walther König (deutsch, englisch), mit Texten von Chantal Pontbriand und Janneke de Vries sowie einem Gespräch zwischen Ulla von Brandenburg und dem Choreografen Loïc Touzé.

Kuratiert von Janneke de Vries

 

Ausstellung auf Ebene 3 und 5

Mit freundlicher Unterstützung durch
Mit der freundlichen Unterstützung des Bureau des arts plastiques des Institut français Deutschland und des französischen Ministeriums für Kultur
Medienpartner

Ulla von Brandenburg - Vita

Portrait Ulla von Brandenburg, Foto: Jan Northoff Fotografie

Ulla von Brandenburg wurde 1974 in Karlsruhe geboren. Auf ein Studium der Szenografie und Medienkunst an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe und einen kurzen Aufenthalt in der Theaterwelt folgte ein Studium der bildenden Kunst an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg.

Ihr international viel beachtetes Werk war in zahlreichen Einzelausstellungen zu sehen, zuletzt etwa im Palais du Tokyo in Paris (2020), in der Whitechapel Gallery in London, im Musée Jenisch Vevey in der Schweiz, im Kunstmuseum in Bonn (alle drei 2018), im Perez Art Museum in Miami, im Museum für Zeitgenössische Kunst in Saint Louis (beide 2016), im MAMCO in Genf (2014) oder der Secession in Wien (2013). Neben den Teilnahmen an Gruppenausstellungen überall auf der Welt war die Künstlerin an den Biennalen in Sydney (2014), Lyon (2011) und Venedig (2009) beteiligt. Ihre Werke sind in renommierten Sammlungen wie der Tate Modern in London, dem MAMCO in Genf, dem Centre Pompidou in Paris oder dem Mudam in Luxemburg vertreten.

Ulla von Brandenburg gewann u.a. 2007 den Preis der Böttcherstraße in Bremen, war 2016 für den renommierten Marcel Duchamp Preis nominiert und lehrt als Professorin an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Sie lebt in Paris.

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80,– Euro zzgl. Eintritt, aktuell nur Gruppen bis 10 Personen

Informationen und Anmeldung unter +49 (0)421-59839-0, info@weserburg.de

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